Der Weg zum individuellen Kaminbau

11.04.2019 11:32 | Schornstein-News

Aus einer Mischung der Handwerksberufe Keramiker und Maurer entstand der Beruf des Hafners. Da die Menschheit seit Anbeginn der Evolution weder auf Wärme, noch auf Feuer verzichten konnte. Speziell im europäischen Raum oder in Regionen in der sich Sommer und Winter durch erhebliche Temperaturunterschiede auszeichnen, wurde der Ruf nach einer effektiven Wärmequelle im Haus stetig größer. Erste urkundliche Erwähnungen finden sich seit dem 13. Jahrhundert. Einen ersten Höhepunkt erlebte der Berufsstand, und damit der Ofenbau im späten Mittelalter, als der Kachelofen entwickelt wurde, welcher auch heute noch das charakteristische Produkt der Hafners bzw. Ofenbauers ist.  

Der Kachelofen setzte sich seit der ersten Nutzung bis heute durch, da er viele Vorteile mit sich bringt. Beispielsweise wirken die Kacheln als natürlicher Wärmespeicher und wärmen den Raum über viele Stunden zuverlässig. Zusätzlich ist es bei Hautkontakt nicht direkt schmerzhaft, wie bei einem Stahlofen o.ä. Außerdem ist er optisch, danke seiner Individualität seit vielen Jahrhunderten ein gern gesehenes Möbelstück.

Eine Kachel ist eine, aus feinem Ton und anteilig aus Schamotte gefertigte Keramik , die schon seit der griechisch-römischen Antike bekannt. Im Mittelalter entwickelten sich in Europa aus den „Muschelkacheln“ (Konvexkacheln) die verschiedensten Ausführungen von Kacheln, die bis heute dem Kachelofen seinen Namen geben. Berühmtheit erlangte der Kachelofen durch die in den Epochen der Gotik und Renaissance gefertigten, außergewöhnlichen Einzelstücke.

Nach dem 2.Weltkrieg verlor der individuelle Kaminbau stark an Bedeutung, da andere fossile Brennstoffen wie Öl und Gas stärker an Interesse gewannen und somit den Ofenbau immer weiter zurückdrängten. Die Ölkrisen aus den Jahren 1973 & 1978 jedoch, ließen eine erste Reform des Kachelofens zu. Die heutige Bedeutung des Umweltschutzes, sowie die Rückbesinnung auf Umweltbewusstsein führen derzeit zu neuem Interesse am Ofenbau.

Sparen & Heizen: Mit modernsten Berechnungsprogrammen kann der Kachelofen heute perfekt an die Räumlichkeiten und den Schornstein angepasst werden und eine erhebliche Reduktion von Emissionen und Abgaswerten erlangt werden. Der vorwiegende Brennstoff Scheitholz ist Co2-neutral. Durch die Verbrennung dieser Energieträger wird somit kein neues Co2 produziert und die Umwelt geschont.

Der klassische Warmluft-Kachelofen, der über Schächte das ganze Haus beheizt, ist eher selten geworden. Der Ofen zählt heute mehr als eine zusätzliche Wärmequelle, die einzelne Räume beheizt. Ein von Grund auf gemauerter, sogenannter Grundofen, welcher mit keramischen Zügen ausgestattet ist, die die entstehende Wärme erst speichern und dann nach und nach abgeben, ist aber auch heute noch genauso möglich, wie eine Variante mit einem industriell gefertigtem Heizeinsatz, die hauptsächlich mit Konvektionswärme arbeiten. Durch z.B. am Boden befindliche Öffnungen, sogenannte Lufteinlässe, strömt kalte Luft ein, die dann erwärmt und oben als angewärmte Luft wieder freigegeben wird. Gestalterisch und optisch sind bei beiden Varianten nahezu keine Grenzen gesetzt, wodurch ein effizienter Warmluftofen heute auch als modernes Designobjekt und Luxusgut betrachtet werden kann.