Wie baue ich meinen eigenen Kamin – eine Anleitung in 9 Schritten

25.04.2017 14:37 | Schornstein-News

Was wird benötigt?

Die Materialliste:

·         Kaminbausatz

·         Brandschutzisolierset

·         Farbe auf mineralischer Basis

·         Acryl

·         Dünnbettmörtel

·         Porenbetonsteine

·         Mörtel

·         Putz

·         Kupfernetz

·         Grauputz

·         Dämmplatten

Die Werkzeugliste:

·         Wasserwaage

·         Stahlwinkel

·         Fuchsschwanz

·         Zollstock

·         Kelle oder Spachtel

·         ggf. Farbrolle

·         Gabelschlüssel SW 13

·         ggf. Bohrkrone/Schlagbohrer

Sind der Untergrund und der Schornstein geeignet?

Stellen Sie vor dem Einbau des Kamins sicher, dass sich sowohl der Untergrund als auch der Schornstein eignen.
Der Untergrund muss das erhebliche Gewicht der gemauerten Feuerstelle tragen können und zudem muss er feuerfest sein. Ein Blick in die Gebrauchsanweisung verschafft Ihnen einen Überblick über die detaillierten Informationen. Ihr Schornsteinfeger kann Ihnen sagen, ob der Schornstein mit der entstehenden Menge an Abgasen fertig wird und nicht zu viel Feinstaub in die Atmosphäre entlässt. Er muss den Schornstein vor dem Kauf des Ofens begutachten und ihn auch vor Inbetriebnahme abnehmen. Über die geltenden Bestimmungen zum Emissionsschutz können Sie sich zudem im Bundesemmissionsschutzgesetz informieren.

Brandschutzset und Dämmplatten werden installiert

Soll der Kamin auf einem brennbaren Fußboden stehen – dazu gehören auch bestimmte Keramikfliesen und Natursteine – muss er durch eine Bodenplatte vor Funkenflug geschützt werden. Die Platte kann aus Glas, Schiefer oder Metall sein. Ihre Maße hängen von der Größe des Kaminofens ab – auch hier helfen ein Blick in die Gebrauchsanweisung oder eine Rückfrage beim Schornsteinfeger. Die Anleitung hilft darüber hinaus bei der Wahl der richtigen Dämmplatten, sofern Sie nicht ohnehin in Ihrem Kaminofen-Bausatz enthalten sind. Mit den Dämmplatten wird die Wand um den Kamin herum vor der großen Hitze geschützt, aber sie schützen nicht nur die Umgebung vor hohen Temperaturen, sondern verbessern auch die Dämmleistung.

Umrisse des Ofens werden an Boden und Wand angezeichnet

Genauigkeit ist höchste Priorität damit Ihr Kamin auch richtig zieht. Die Position des Ofenrohrs und der Wandmuffe müssen Sie als nächstes exakt ausmessen und an der Wand anzeichnen denn hier werden Sie einen Wanddurchbruch machen müssen. Zeichen Sie auch die Position des Kamins am Boden vor.

Der Kaminsockel wird angebracht

Beginnen Sie nun mit dem Mauern des Sockels auf dem nicht brennbaren Boden oder der Platte. Die zuvor vorgezeichneten Umrisse des Kamins helfen Ihnen, die richtige Form zu finden.

Der Kamineinsatz wird aufgestellt und die Füße ausgerichtet

Nun wird der Kamineinsatz an die korrekte Position gehoben. Nehmen Sie hierzu eine zweite Person zu Hilfe. Ziehen Sie unbedingt noch einmal die Gebrauchsanweisung Ihres Kamins zu Rate. Damit der Ofen gerade steht, können Sie die Füße individuell verstellen. Nutzen Sie dafür den Gabelschlüssel und prüfen Sie ihre Einstellung mit Hilfe einer Wasserwaage.

Der Rauchrohranschluss wird fixiert und die Außenwand durchbohrt

Jetzt muss der Durchbruch zum Schornstein für das Ofenrohr gemacht werden – die Hilfe eines Fachmannes erspart hier so manche Mühe und viel Schmutz in der Wohnung. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung: Gerne können wir diesen Schritt für Sie ausführen. Wollen Sie die Bohrung selbst vornehmen, müssen Sie die Umrisse des Rauchrohrs mit einem Schlagbohrer in die Wand bohren, bis das Wandstück herausgeschlagen werden kann. In das Loch wird nun die Muffe eingesetzt, die jedoch nicht in den Zug ragen darf. Sie wird mit feuerfestem Mörtel fixiert. Beachten Sie die Trockenzeit des Mörtels. Ist er ausgehärtet, wird das Ofenrohr zusammengesteckt. Akkurate Arbeit bei der Fixierung von Muffe und Rohr ist wichtig, denn sonst zieht der Ofen später nicht richtig.

Der Kamin wird verkleidet

Auch hier sind vier Hände besser als zwei, denn nun wird der Kamineinsatz in seine endgültige Position geschoben. Danach geht es an die Verkleidung des Kaminofens. Steine aus Porenbeton werden auf den bereits gemauerten Sockel aufgesetzt und mit Dünnbettmörtel vermauert. Beachten Sie hierbei wieder die Aushärtungszeit. Auf die fertig gemauerten Wände kommt nun die Kaminhaube – der krönende Abschluss des Ofens. Zum Verfugen der einzelnen Elemente ist Acryl empfehlenswert, da es anders als Silikon sofort überstrichen werden kann.

Das Kamindekor

Den Porenbeton können Sie nun verputzen, ihn in Ihrer Wunschfarbe auf mineralischer Basis streichen oder Sie können Dekorplatten auf die Wände aufbringen. Zum Verputzen des Kamins greifen Sie auf speziellen Grauputz für den Kaminbau zurück und nutzen Sie ein Kupfernetz zur Armierung des Putzes – Ihr Schornsteinwelt-Berater berät Sie bei der Wahl des korrekten Putzes. Alternativ können Sie den Kamin mit fertigen Dekorplatten nach ihren Wünschen verkleiden.

Der Feuerraum wird ausgekleidet

Gegebenenfalls muss eine Auskleidung in den Feuerraum eingebaut werden. Greifen Sie dafür auf Dämmplatten aus Schamotte zurück, die Sie mit einer Säge auf Maß bringen. Die Platten werden in den Feuerraum eingelegt und nicht verschraubt. Schamottesteine haben eine spezifische Wärmekapazität von 1,0 kJ pro kg K. Dies bezeichnet den Wert der Energiemenge die benötigt wird ein Kg des Materials auf 1 K (1 Kelvin) aufzuheizen.

Die Abnahme des Schornsteins

Nun müssen Sie Ihren zuständigen Schornsteinfeger benachrichtigen. Er muss Ihre Feuerstelle abnehmen, sodass Sie Ihren selbstgebauten Kamin schon bald nutzen können und viel Freude daran haben.